Diese Industrie-Experten ticken anders

 

http://karriere.nachrichten.at/arbeitsmarkt-ooe/personalberater/art200688,2393269, 10.November 2016

von Susanna Sailer

LINZ. Die Personalberater von Hill Webersdorfer stellen mit innovativen Geschäftsideen die intensive Betreuung der Kandidaten in den Mittelpunkt.

Hill Webersdorfer gilt als der Industrieexperte in der oberösterreichischen Personalberaterszene. Das mit gutem Grund: „Ich hatte 25 Jahre lang in der Industrie gearbeitet, zehn Jahre davon in der Geschäftsführung des Welser Logistikspezialisten TGW, bevor ich mich selbstständig machte“, erzählt der geschäftsführende Gesellschafter Manfred Webersdorfer. „Industriekunden merken einfach, dass ich deren Anforderungen verstehe.“ Binnen drei Jahren habe sich sein Unternehmen in Oberösterreich den Rang eines Platzhirschen in der qualifizierten Personalberatung für Industriebetriebe erarbeitet. An die 200 Fach- und Führungskräfte werden im Jahr vermittelt.

Auf Wachstumskurs

Und das Recruiting-Unternehmen wächst dynamisch. 2013 wurde im Drei-Personen-Team gestartet. Heute sind bereits mehr als 20 Consultants – alle aus dem industriellen Umfeld - mit an Bord. Im Vorjahr wurden mit den Standorten OÖ-West in Schörfling und Hill Management in Alkoven zusätzlich zur Linz-Zentrale zwei weitere Niederlassungen gegründet. Die Belegschaft vergrößert sich kontinuierlich, was auch daran liegt, dass Webersdorfer neue Geschäftsfelder erschließen will. „Wir ticken anders als die meisten anderen Personalisten“, ist er überzeugt. Um das zu untermauern, nennt Webersdorfer einige Ideen, die er in nächster Zeit umsetzten möchte. Diese haben eines gemeinsam: Im Mittelpunkt stehen allesamt die Kandidaten.

Goldfische am Angelhaken

Oft melden sich auf eine Stelle mehrere dafür geeignete Bewerber. Aber nur einer oder eine von ihnen kann den ausgeschriebenen Posten bekommen, obwohl die Zweit- oder Drittgereihten ähnlich gute Qualifikationen hätten? Webersdorfer: „Das sind unsere so genannten Goldfische. Die lassen wir nicht einfach in unserer Datenbank, sondern suchen für diese aktiv am Markt einen anderen Arbeitgeber.“ Dafür wurde kürzlich mit Sylvia Steinkellner eine eigene Mitarbeiterin angestellt. Sie soll in Zukunft eine gut funktionierende Bewerberbetreuung für diese Goldfische gewährleisten.

Entwicklung in Richtung Agentur

Überhaupt möchte er sein Unternehmen viel stärker in Richtung Agentur entwickeln und damit die Kandidaten ins Zentrum stellen. „Natürlich ist ein gutes Kundennetzwerk unerlässlich und muss gepflegt werden. Aber ein dicht gewebtes Kandidatennetzwerk wird für Personalberater in Zukunft eine noch viel größere Bedeutung bekommen“, sagt Webersdorfer. Schon jetzt sei es am Arbeitsmarkt in manchen Disziplinen fast nicht möglich, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Je technischer die Aufgabenstellung, umso schwieriger werde die Suche in Zukunft noch werden. Also müssten Recruiter viel mehr als bisher mit den Kandidaten in Kontakt bleiben. Schon jetzt würden sich bei Hill Webersdorfer viele Um- und Aufsteigungswillige melden, mit der Bitte, im Hinblick auf eine geeignete Stelle für sie Augen und Ohren offen zu halten.

Hilfe zur beruflichen Neuorientierung

Ein neues Geschäftsfeld will sich das Beratungsunternehmen auch im Bereich Outplacement eröffnen. Dabei geht um das Begleiten von Personen, die sich beruflich verändern müssen, weil sich ein Unternehmen von ihnen trennen will. „Für einen Mitarbeiter, der 20 bis 30 Jahre im Unternehmen war, ist das eine enorme Belastung“, weiß Webersdorfer. So etwas dürfe dem Arbeitgeber nicht egal sein – auch im eigenen Interesse nicht. Denn angesichts des Arbeitskräftemangels werde es immer wichtiger, dass ein Unternehmen eine gewisse soziale Verantwortung den Betroffenen, den anderen Mitarbeitern und dem Bewerbermarkt gegenüber demonstriere. Ansonsten sei es als Arbeitgeber gar nicht mehr attraktiv. Webersdorfer hat dafür ein „Outplacement light“-Paket geschnürt, das – wie er betont -  für die Unternehmen leistbar sei und Nutzen stifte. Es gehe darum, betroffene Mitarbeiter in ihrer Verzweiflung abzuholen und sie dann zu befähigen, sich wieder in neue Arbeitsprozesse zu integrieren. „Wir arbeiten deren Stärken gemeinsam heraus und entwickeln eine Strategie, für welche Unternehmen diese Personen als neue Arbeitskräfte geeignet sein könnten“, so Webersdorfer. Es gelte, die Menschen in die für sie richtige Position zu bringen.

Ideenprozess läuft weiter

Der Markt verändert sich auch für Personalberater rapid. Derzeit findet dieser Wandel vom arbeitgeber-zum arbeitnehmerdominierten Unternehmen statt. Personalberater, die sich mit neuen Geschäftsmodellen anpassen, können hier die Nase vorne haben. Webersdorfer: „Ich ermuntere meine Mitarbeiter auch, darüber nachzudenken, mit welchen Ideen wir uns weiter professionalisieren können. Vielleicht gehen wir noch in Segmente, über die wir bis dato noch gar nicht nachgedacht haben.“