Kündigung ohne Imageverlust

Outplacement ist viel mehr als ein Bewerbungstraining

Firmenzusammenschlüsse, die in Folge einer Expansion realisiert werden, bedingen oft einen Abbau von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Es ist kein Geheimnis, dass eine faire und menschliche Trennungskultur besonders in Zeiten verschärften Wettbewerbs wichtig für das Unternehmensimage ist. Das Freisetzen von Mitarbeiter/innen ist in vielfacher Hinsicht eine sensible Thematik. Bei Trennungskonzepten gilt es viele Faktoren zu berücksichtigen und den Ablauf in ein sozialverträgliches Maß für die betroffenen Mitarbeiter/innen zu kleiden. Professionelles Trennungsmanagement kostet Geld, jedoch spart es ein Vielfaches an unangenehmen Folgekosten, die durch nicht bearbeitete Emotionen sowohl bei den austretenden als auch verbleibenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern oft entstehen.

Outplacement ist viel mehr als ein Bewerbungstraining; diese Maßnahme bringt für ausscheidende Mitarbeiter/innen eine Überleitung in eine neue Arbeitsumgebung, und ist vielmehr als »New-Placement« zu verstehen. Aktuelle Informationen über den Arbeitsmarkt, das Erstellen professioneller Bewerbungsunterlagen, ein individuelles berufliches Selbstkonzept zur Orientierung über die nächsten Karriereschritte, das Bewusstmachen der eigenen Stärken und Erfolgsstrategien, die unmittelbare Unterstützung im Bewerbungsprozess sowie bedarfsorientiertes Coaching, um belastende Situationen durch den Arbeitsplatzverlust zu mildern, stehen im Vordergrund.

Ein erfolgreiches (Out-)Newplacement-Projekt für gekündigte Mitarbeiter/innen kann zum Beispiel folgendermaßen ablaufen:

  • Entlastung der emotionalen Betroffenheit durch Aufarbeitung des Arbeitsplatzverlustes
  • Standortanalyse inkl. Kompetenzerhebung als Basis für das Erkennen neuer Chancen
  • Zieldefinition und Karriereplanung neu
  • Sondierung des Arbeitsmarkts und Ermittlung der passende Jobangebote
  • Professionalisierung der Bewerbungsstrategien und -abläufe
  • Begleitung eines qualifizierten Bewerbungsprozesses
  • Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche und Assessment Center
  • Bedarfsgerechte Unterstützung im Entscheidungsprozess
  • Vorbereitung der Vertrags- und Gehaltsverhandlungen
  • Einstiegscoaching

Erfahrungen in der Praxis haben gezeigt, dass sich der Prozess der beruflichen Neupositionierung zeitlich um mehr als 60% durch diese gezielten Begleitmaßnahmen verkürzen lässt. Darüber hinaus ist die professionelle Unterstützung bei der Bewältigung dieser – durchaus meist als Existenz bedrohend wahrgenommenen – Krisensituation für die betroffenen Personen von großem emotionalem Wert.

Unternehmensseitig ist schnell erkennbar, dass ein wertschätzender Trennungsprozess dem Image des Unternehmens, der Motivation der verbleibenden Mitarbeiter/innen und der Konzentration auf die Kernaufgaben dient. Professionelles Trennungsmanagement schützt vor möglichen Rechtsstreitigkeiten und zeigt soziale Verantwortung nicht nur als Unternehmenscredo sondern als gelebte Unternehmenskultur.

Vergleichbar zu den Vorteilen, die Outplacement bringt, sind die Kosten unerheblich und verschwindend gering. Diese amortisieren sich alleine durch die positiven Signale im Unternehmen und einen aktiven Beitrag zu einem wertschätzenden Umgang mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehrfach.

Checkliste  Outplacement
Erfüllen Sie alle Voraussetzungen für einen guten Trennungsprozess?

  • Umfang und zeitlichen Rahmen der Personaleinsparungen planen
  • Grundsätze und strategische Kriterien des Personalabbaus festlegen
  • Entscheidung wegen externer Begleitung treffen
  • Betriebsrat zu einem frühest möglichen Zeitpunkt einbinden
  • Kernteam bilden und mit Umsetzungsplan beauftragen
  • Gesetzliche, arbeitsrechtliche Bestimmungen & sonstige Rahmenbedingungen (z.B. Dienstfreistellung, Verbleib von Dienst-PKW, Handy, Laptop,…) klären
  • Budgetmittel zur Verfügung stellen
  • Sozialplan für zu kündigende Mitarbeiter/innen in Abstimmung mit dem Betriebsrat festsetzen
  • Unternehmensinterne Vorgangsweise bestimmen in Bezug auf
    > Interne/externe Kommunikation (Wording!)
    > Unterstützung der verbleibenden Führungskräfte durch Coaching
    > Stabilität der verbleibenden Mitarbeiter/innen erhalten, z.B. durch Teamsupervisionen
    > Umgang mit ev. auftretenden Konflikten, z.B. Einsatz von Mediation
    > Prozessverlauf beobachten, kontrollieren und evaluieren

zurück