KONSENSMANAGEMENT

Veränderungsprozess mit System

Konsensmanagement als Erfolgsfaktor in Veränderungsprozessen, um Konflikten konstruktiv zu begegnen und Selbstverantwortung auf den Weg zu bringen, gewinnt für die Wirtschaft immer mehr an Bedeutung. Dabei wird durch den gezielten Einsatz von externer Moderation, Einzel- und Gruppengesprächen die Dialog-, Kooperations- und Gestaltungsfähigkeit der Konfliktbeteiligten unterstützt. Das unmittelbare Ein-gebundensein in das moderierte Verfahren sorgt für überraschend schnelle und langfristig stabile Überein-kommen und deren Transfer.

Veränderung & Widerstand
Die Arbeitswelten unserer Unternehmen und Organisationen werden zunehmend komplexer.
Eine der unmittelbaren Folgen ist die Beschleunigung von Veränderungsprozessen. Bewusste Fehlertole-ranz einerseits, sowie schnelle und konstruktive Problemlösungsverfahren andererseits werden deshalb für zukunftsweisendes Management unabdingbar.

Veränderungen führen zu Verunsicherung und bewirken Widerstände. Damit verbunden sind fehlende Motivation bis hin zu aktiver Blockade definierter Ziele. Meist lässt der Widerstand der betroffenen Mitar-beiter und Führungskräfte die Veränderungsvorhaben scheitern. Es gilt also, den Änderungswiderstand durch effiziente Kommunikation in Akzeptanz umzuwandeln.

Der Weg zum Konsens
Konsensmanagement in Veränderungsprozessen kann nur dann effizient und erfolgreich sein, wenn es versteht, die strategischen Ziele (Interessen) der Organisation und die Interessen der darin tätigen Men-schen auszubalanzieren. Ausgehend von den Ursachen für den Widerstand und seinem Konfliktpotenzial werden die verschiedenen Standpunkte der Problemwahrnehmung durch die Beteiligten offengelegt, wechselseitig verständlich gemacht und divergierende Interessen erforscht.

Verhandlung & Konsens
Über interessensorientiertes Zusammenwirken in den moderierten Treffen erzielen die Konfliktpartner einen gemeinsamen Kooperationsgewinn. Dieser Gewinn hängt von der Fähigkeit der Beteiligten ab, ei-gene Ziele zu realisieren und gleichzeitig andere Bedürfnisse des Konfliktpartners zu befriedigen. Unter-schiedliche Interessen können auf diese Weise in gemeinsame Lösungsoptionen übergeführt und auf ihren Realisierungsgrad hin überprüft werden.

Erwünschtes Ergebnis jeder Verhandlung ist eine Win-Win Situation für die Konfliktpartner. Sie soll mög-lichst viele Vorteile für alle Beteiligten bringen und regelt in Form einer gemeinsamen Vereinbarung in schriftlicher Form die weitere Vorgangsweise zur Erreichung strategischer und operativer Ziele.
Da sich Rahmenbedingungen ändern oder gewisse Teile der Vereinbarung als unzulänglich erweisen können, müssen zudem Regelungen getroffen werden, wie mit solchen Entwicklungen umgegangen wird.

Transfer
Der Erfolg des hergestellten Konsenses wird in den anschließenden Handlungen und Kommunikations-prozessen sichtbar. In Nachfolgesitzungen evaluieren die Verhandlungspartner den Umsetzungserfolg der Vereinbarung und nehmen in Nachverhandlungen allfällige Korrekturen vor.

Autor: Dr. Michael Zumtobel