GLEICHBEHANDLUNG IST GUT, GLEICHSTELLUNG IST BESSER

Warum es wirklich etwas bringt, Mitarbeiter/innen Chancengleichheit einzuräumen

Diversity Management und Corporate Social Responsibility sind neue schicke Attribute für ein moderneres Image. Viele internationale Großkonzerne, die einen gewissen Druck ihrer Mütter in diese Richtung verspüren, widmen sich auch in Österreich verstärkt dem Thema Diversität am Arbeitsplatz.

Oft stecken dahinter aber reine PR Strategien, denn mit der unternehmensinternen Umsetzung des Themas ist es nicht immer so weit her. Und bei den meisten österreichischen Unternehmen kommt es nicht einmal so weit. Der wirtschaftliche Druck auf Personalabteilungen führt zu einer gewissen Abwehrhaltung sich mit einem Thema zu beschäftigen, das auf den ersten Blick nach kostenintensiver Sozialromantik („damit sich alle lieb haben“) klingt.

> Diversity Management mehr als nur PR
Aber kann das Thema damit wirklich abgetan werden bzw. ist es wirklich kostenintensiv, sich mit der Heterogenität der Mitarbeiter/innen auseinanderzusetzen. Die Antwort lautet ganz klar „Nein!“. Denn Diversity Management bzw. die Entwicklung von Strategien, um Mitarbeiter/innen, die unterschiedliche Ausgangsvoraussetzungen haben, gleiche Chancen einzuräumen, schafft neue Potenziale im Betrieb, verbessert Kommunikationsstrukturen und kann nicht zuletzt über eine Vermarktung der Strategie neue Kund/innengruppen erschließen. Und es geht hier nicht darum, Almosen für benachteiligte Bevölkerungsgruppen zu lukrieren und zu verteilen, sondern darum, selbstbewusst eine Strategie für ein faires Miteinander zu präsentieren und zu implementieren – und dafür gibt es zunehmend Interessent/innen.

> Gleichbehandlung per Gesetz
Man kann es mögen oder nicht, aber unsere Gesellschaft ist einem Veränderungsprozess unterworfen, hin zu einer ethnisch, kulturell, sozial, religiös, sexuell heterogenen Gesellschaft, die sich ganz klar dazu bekennen muss, allen diesen Gruppen ebenso wie Menschen, die eine körperliche oder geistige Beeinträchtigung haben, eine gleichberechtigte Teilhabe an eben dieser Gesellschaft einzuräumen. Dies manifestiert sich nicht zuletzt auch in gesetzlichen Bestimmungen, die diese Zielsetzung auch tatsächlich umsetzen sollen. Seit Juli 2004 haben wir in Österreich ein Gleichbehandlungsgesetz, das Diskriminierungen von Menschen aus Gründen ihres Geschlechts, ihrer Hautfarbe, ihrer ethnischen Herkunft, ihrer Religion oder Weltanschauung, ihrer sexuellen Orientierung oder ihres Alters wegen verbietet und unter Strafe stellt. Und ein Gleichstellungsgesetz zur Bekämpfung von Diskriminierungen von Personen aufgrund einer Beeinträchtigung wurde im Juli 2005 beschlossen.

> Positive Bilanz
Es ist also nicht mehr nur reine Nettigkeit und Menschenfreundlichkeit, wenn Unternehmen sich des Themas der Nicht- Diskriminierung annehmen, sondern sie können damit auch etwaigen Klagen nach den neuen gesetzlichen Bestimmungen vorbeugen – und werden dabei bemerken, dass es sich nicht nur aus diesem Grund „rechnet“. Denn das Feststellen von Sprachkompetenzen, die im Unternehmen schlummern, weil sie niemand bemerkt hat, die aber gezielt eingesetzt werden können, das Entdecken von Fachkompetenzen bei migrantischen Mitarbeiter/innen, für die es in Österreich entweder gar keine Ausbildung gibt oder für die sich ganz einfach niemand ausbilden lässt, die Motiviertheit, die oft gerade Menschen mit Behinderungen an den Tag legen, wenn sie eine Chance erhalten – und nicht zuletzt auch die angenehmen Nebeneffekte der finanziellen Anreize in diesem Bereich schlagen sich auf der Kosten-Nutzen Tangente positiv zu Buche.

Autor: HILL International