Gehaltsverhandlung

Im ersten Gespräch wird die Gehaltsfrage meist nur sehr vage abgeklärt. Das heißt, es wird geprüft, ob die Gehaltsvorstellungen einigermaßen übereinstimmen und ob Sie realistische Vorstellungen bezüglich Ihres geforderten Einkommens haben. Erst im zweiten Bewerbungsgespräch wird konkret verhandelt. Auch zusätzliche Nebenleistungen, so genannte »fringe benefits«, Arbeitszeiten, Dienstwagen, usw. sind erst dann zu thematisieren.

Wenn die »Geldfrage« angesprochen wird, sollten Sie informiert sein. Sie sollten die branchenüblichen Bruttobezüge kennen, wissen, wie viele Monatsgehälter ausgezahlt werden und Ihren »Marktwert« realistisch einschätzen können.

Nennen Sie, wenn möglich nicht als erste/r einen konkreten Betrag - damit legen Sie eine Messlatte, die die zukünftigen Arbeitgeber/innen nicht mehr anheben werden. Setzen Sie höher an, aber übertreiben Sie nicht.

Werden Sie bereits im Bewerbungsschreiben nach konkreten Gehaltsvorstellungen gefragt, geben Sie diese an. Recherchieren Sie genau und geben Sie ein Bruttojahresgehalt an. Keinen Betrag zu nennen, ist nicht sehr ratsam, da das Unternehmen diese Information als Selektionskriterium für oder gegen Sie einsetzen kann. Falls die Frage pauschal formuliert ist, können Sie auch eine pauschal formulierte Antwort geben, wie »Bei einem persönlichen Gespräch kann ich meine fairen Gehaltsforderungen klar formulieren« oder »Ich bin für verschiedene Varianten der Entlohnung offen«. Wird nicht nach Gehaltsvorstellungen gefragt, erwähnen Sie diese auch nicht in Ihren Bewerbungsunterlagen!

Suchen Sie in Ihrem privaten Umfeld und in den Medien nach Anhaltspunkten. Verschiedene Services im Internet oder Wirtschaftsmagazine publizieren regelmäßig Statistiken zu den Durchschnittsgehältern der verschiedenen Branchen. Viele dieser Studien wurden für den deutschen Markt erstellt, als Faustregel kann man aber die österreichischen Gehälter ca. 10-20% darunter ansiedeln.

Ihre Schritte:

  • Gehaltsziele und Prioritäten definieren (Idealfall, realistisch, Minimum)
  • Recherche & Infosammlung
  • Gehälter vergleichbarer Positionen
  • Voraussetzungen eines Unternehmens
  • alternative Vergütungsmöglichkeiten evaluieren
  • Argumente (Zahlen, Fakten) und Gegenargumente üben
  • Gehaltsverhandlung = Verkaufsgespräch
  • alternative Strategien festlegen
  • partnerschaftlich – keine Bittstellerhaltung

Bei Gehaltsverhandlungen in einem bereits bestehenden Dienstverhältnis sind noch andere Dinge zu beachten. Mehr dazu lesen Sie hier.

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